Vereinsgeschichte

baustelle

Leider wird an dieser Seite noch gebaut ...

Zur Zeit beinhaltet die Chronik der Kolonie nur!!! die ersten 50 Jahre bis 1995.
Großer Dank dafür gebührt dem Gartenfreud Edmund Polaniak, der seit Anbeginn mit dabei war.

Nun fehlen nur noch die letzten Jahre...

Hätte vielleicht ein Vereinsmitglied Detailkenntnisse zum Thema, sowie Interesse und Zeit, um diesen Artikel zu vollenden?

Vielleicht existieren in einem alten Fotoalbum noch Fotos aus der Vereinsgeschichte, die diesen Beitrag dokumentieren könnten?

Falls ja - bitte an den Webmaster wenden.
Danke. 

 

Die Chronik der Gartenkolonie Golfplatz vom September 1945 - 1995 (von Edmund Polaniak)

Eingebettet am Spandauer Damm 178 - 184, zwischen den Kleingärtenkolonien ,,Westend" im Osten und ,,Ruhwald-Kolonie" im Westen, liegt das Gelände des früheren Golfplatzes! Im Süden, begrenzt durch den Spandauer Damm, im Norden begrenzt durch den Höhenweg, wird dieses Gelände jetzt zu den Ruhwald-Kolonien gerechnet. In der Mitte liegt das sogenannte Trockental. Zwei tiefe Einschnitte im Gelände, erstanden in früherer Zeit durch Quellen und Wasserläufe in die Spree.
Auf diesem Gelände waren während des Krieges Flakstellungen! Flakkartuschen lagen im ganzen Gelände herum. Diese Kartuschen wurden für die Eingrenzung von Gartenparzellen verwandt, die für die Verteilung vorgesehen waren. Die riesigen Aushöhlungen der früheren Flakstellungen wurden von den ersten Bewerbern einer Gartenparzelle mit Sand zugeschüttet. Dies war der erste Arbeitsdienst! Danach wurde die erste Verteilung der Gartenparzellen von Herrn Pühl vorgenommen.
Dies war in der Mitte des Monats September 1945.
So erhielten die ersten Besitzer einer Gartenparzelle ein Zeichen der Genossenschaft:
Einer steht für Alle!
Alle stehen für einen!
Die Grasfläche einer neuen Gartenparzelle zeigten den neuen Besitzern das Sprichwort:

,,ohne Fleiß kein Preis"
Die älteren neuen Besitzer bekamen ein glattes Gelände, die jüngeren ein unebenes Gartengelände. Wir haben eigentlich ein Stück Grabenland übernommen. Nur das Pflanzen von Gemüse, Bäumen und Sträuchern war erlaubt. Jedes Bauen oder Aufstellen eines Häuschens war untersagt. Der erste Weg, der mit Gartenparzellen verteilt wurde, war der Wilhelm-Busch-Weg. Am Spandauer Damm begann die Verteilung und endete am ersten Tag mit der damaligen Parzelle Nr. 40. Heutiger Besitzer Gartenfreund Jaschke. Das Gelände war zum größten Teil eingeteilt in Wege mit ihren zukünftigen Flächen für die Parzellen. Der erste Querweg war schon vorhanden. Den Autoparkplatz, sowie der Platz für das zukünftige Restaurant wurden durch die Flakkartuschen der
anliegenden zukünftigen Gartenparzellen angezeigt. Der zweite Querweg wurde ein bis zwei Jahre später hergestellt. Die fünf Parzellen nach links wie nach rechts für den zukünftigen Querweg mußten je eineinhalb Meter von ihren eigenen Parzellen abgeben, so entstand der zweite Querweg. Wie die Vergabe des ersten Teils mit Parzellen des Wilhelm-Busch-Weges, wurden auch die weiteren Parzellen verteilt. Auf der Höhe rechts vom Wilhelm-Busch-Weg und unserem Festplatz, planierten englische Soldaten mit schwerem Gerät in Richtung Kolonie Westend.

Es wurden immer mehr Zellen vergeben, immer mehr Bürger wurden Gartenbesitzer. Es wurde gegraben, Dung und Erde herangefahren, denn unter dem Gras des Golfplatzes war meistens nur reiner Sand. Es mußten Gartenzäune und Türen gebaut werden. Da die halbe Stadt von Berlin in Schutt und Asche war und kaum Läden für Gartengeräte zu finden waren, mußte jeder Gartenfreund suchen. Man brauchte, um all diese Dinge zu bekommen, einen fahrbaren Untersatz. Entweder ein altes Fahrrad, einen kleinen Leiter- oder alten Kinderwagen usw.. Zum Tragen über weite Strecken waren all diese Lasten zu schwer und es gab auch keine anderen Möglichkeiten. Man brauchte dazu auch einen guten Freund und Nachbarn. Kuhställe waren in der Stadt, welche nicht nur Milch, sondern auch Dung verkauften. Dieser Dung mußte auf den Untersatz oder Wagen aufgeladen -; den Spandauer Berg heraufgezogen -; und in den Garten gebracht werden. Auf der anderen Seite des Spandauer Berges, unten im Grund, gab es schwarze Erde. Auch die schwarze Erde brauchte unser Boden.

Nur wenn man viele Fuhren Dung und gute Erde auf seinen Gartensand streute, gab es im nächsten Jahr eine gute Ernte.

Die innere Einstellung der Menschen war eine andere als heute, 50 Jahre danach. Viele Gartenfreunde waren durch die Hölle gegangen, viele hatten Haus, Hof und die Heimat verloren. Andere waren ausgebombt und im Krieg verwundet worden. Die Aufgeschlossenheit zum Leben sowie zum Leben des Nächsten fand in der Menschlichkeit die Grundlage, einen Aufbau einer Gartenkolonie zu gründen. Die Mehrheit der Gartenfreunde waren dieser Art. Die wenigen und nicht so Leid geprüften ergänzten sich mit Realismus und Bodenständigkeit. So fand sich eine gute Mischung menschlichen Lebens für den Aufbau der Gartenkolonie Golfplatz. Die nächsten Jahre waren für den Aufbau des eigenen Gartens und für die Kolonie bestimmt. Jeder Gartenfreund hatte viel Arbeitskraft in seine Parzelle gesteckt. Am schwersten hatten es die Gartenfreunde, die an den Rändern des Trockentales ihre Parzellen bekommen hatten. Felssteine, Kies, Sand und Zement mußte zur Befestigung der Ränder herangefahren werden. Dieses Material mußte so befestigt werden, daß die Ränder für immer hielten. Dies geschah ebenfalls durch den Arbeitsdienst. Die Wege im Trockental mußten erhöht und befestigt werden. An der Höhe der Wege im Trockental kann man heute noch feststellen, welche Leistung der damalige Arbeitsdienst, mit damaligem Gerät vollbracht hatte. Der Arbeitsdienst am Sonnabend oder Sonntag gehörte zum Dienstplan eines jeden Gartenfreundes. Im Wilhelm-Busch-Weg Nr. 10 wurde ein Haus als Werkstatt gebaut. Hier arbeiteten Bauhandwerker Schlosser usw. im Arbeitsdienst an den Zäunen ,,Spandauer Damm" und der ersten Wasserleitung. Die anderen waren im Wegebau beschäftigt.

Diese Wege waren sehr wichtig für de hintere Hälfte des Golfplatzes. Sie mußten halt bar und stark sein. Sie tragen heute noch die Last der Zeit.

Wir haben in den ersten Jahren Gemüse gepflanzt und Kartoffeln gesteckt. Wir haben niemals mehr so lange Gurken, so große Kürbisse und soviel Mango geerntet. Der Überschuß wurde in die Kindergärten und Altersheime gebracht. Auch da war der Hunger zu Hause. Alle Gartenfreunde waren froh über den Erfolg der ersten Ernte. Sie waren solange froh, bis sie feststellten, das auch andere, die nicht pflanzten, unser Gemüse ernteten! Wir stellten Wachen auf, um unsere Ernte zu retten. Diese Bewachung war für jeden Gartenfreund eine große Belastung. Wir mußten fast alle einer Arbeit nachgehen, um unsere Familien zu ernähren, den Garten weiterhin aufbauen, Dung und Erde heranfahren.

Am Wochenende je drei Stunden beim Arbeitsdienst mitarbeiten. Der Wachdienst wurde zur Belastung der Gartenfreunde. Wir gaben ihn auf und stellten einen Wachmann ein. Nach einiger Zeit wurde dieser Wachmann beim Stehlen von unserem Gemüse gestellt. So wurde die Bewachung der Gärten eingestellt. Zu dieser Zeit wurden auf dem jetzigen Festplatz die Lindenbäume gepflanzt. Der alte Pächter bekam einen anderen Garten und die Kolonie hatte ihre Festwiese zum Aufbau. Hier auf diesem Platz wurden alle Kinderfeste gefeiert. Die Kinder hatten ihren Umzug mit Pauken, Fahnen und Trompeten! Die Gartenfreunde in ihren Gärten feierten mit Freunden und Verwandten ihr Fest. So wurde die Zusammengehörigkeit gefördert. So kamen die Gartenfreunde sich näher und manche Ideen nahmen ihren Anfang. Wie der Lebensstandard bei den Bürgern wuchs auch bei den Kindern das Bedürfnis, alles zu bekommen. Ohne den Drang nach immer Neuem und Besserem kann eine Menschheit nicht leben. Vorwärtsdrang belebt das Leben.

Ende des ersten Jahres, am 11.11.1945, erhielten wir unsere erste Rechnung für das kommende Jahr.

Die Rechnung zeigte an:

Gesamtrechnung RM 15,65 für das ganze Jahr 1946.

Davon RM 8,40 Beitrag,
RM 6,60 für Pacht und
RM 0,65 für die Verwaltung.


Diese Zahlung war auch für den letzten Gartenfreund ein Zeichen, daß wir kein Grabenland, sondern ein Gartenland erhalten hatten. Dies war für jeden von uns ein Ansporn, all die Dinge, die auf uns zukamen, mit einer inneren Einstellung zu bewältigen! Viele der ersten Gartenfreunde fingen an, sich ein Häuschen, Haus oder eine Unterkunft zu bauen. Man kann die Situation kaum wiedergeben.

Der eine Gartenfreund kam mit Pferd und Wagen aus seiner Heimat. Er hatte alles mit gebracht, auch sein Kleinvieh. Ein anderer hatte nur einen Arm und war Kriegsbeschädigter. Viele von ihnen waren ausgebombt, hatten keine Heimat, keine Wohnung mehr. So sah für viele von uns Gartenfreunden ihr Leben aus.

Einige von ihnen waren vor dem Krieg in leitender Stellung und sollten danach die Hallen ausfegen. Der Krieg hatte auf allen Seiten die selbe Situation hinterlassen. Berlin war von allen am meisten betroffen, nach Ansicht ihrer Bürger. Wo früher im Krieg die Unterkünfte der Flaksoldaten standen, war noch der Untergrund, die Schlacke geblieben. Diese Schlacke wurde ausgesiebt, mit Zement oder Kalk gemischt, in einen selbstgemachten Holzbehälter gegossen, getrocknet und dann als Mauer für das kommende Eigenheim verwandt. Es wurde auch Karbitschlamm von einem anderen Gartenfreund benutzt. All diese Häuser stehen heute noch auf dem Gelände des Golfplatzes. Jeder Bau hat seine Geschichte und ist ein Wahrzeichen der damaligen Zeit.

Sie sollten erhalten bleiben und nicht durch neue Gesetze zerstört werden.

Sie sind in der Mehrheit von anderen, aber nicht von den Bebauern bewohnt. So ist der Lauf der Dinge!

Einer für Alle,
Alle für Einen!

Auch unsere Gaststätte ,,Bolivar", Erbauer Fam. Kruse, ist damit verbunden. Für viele mußte Hilfe geleistet werden. Einige kamen erst später aus der Kellerwohnung heraus. Doch sie stehen heute fest und nur der Umstand der Erstmaligkeit zeigt den gesamten Gartenfreunden, daß vieles nicht nur im Rahmen des Gesetzes, sondern in der Freiwilligkeit und Not gemacht werden kann und muß. So zeigen zwei Häuser am Spandauer Damm den Sinn ihres Aufbaues im Jahre 1950 an. Die Zeit ging über ihrem Wollen hin weg. An einem baute ein Bäcker am anderen ein Schlächter heute sind sie in erster Linie Kleingärtner.

Der Spandauer Damm war vor dem Aufbau der Häuser neu gestaltet worden. Er erhielt einen Mittelstreifen mit Grünfläche und die alten Bäume blieben stehen. Die Straßenbahnen wurden durch Omnibusse ersetzt. Die Kolonie wurde durch ein bis ein einhalb Parzellen in ihrer Breite kleiner.

Die Kolonie hatte eine provisorische Wasserleitung gelegt, mit Rohren, die alt waren. Wasser war und ist immer im Leben für den Kleingarten wie für den Mensch wichtig. Die Wasserleitung war nicht in jedem Weg gelegt worden. An jeder Leitung hingen vier Parzellen. Je nach dem Gelände auch weniger.

Am 29.11.1951 erhielten die Gartenfreunde vom Golfplatz ihre Unterpachtverträge. Das Kassieren unserer Mitgliederbeiträge erfolgte in den ersten Jahren durch mehrere Kassierer in ihren Gartenlauben. Der Vorstand tagte lange Zeit in der Nehringstraße im Keglerheim, einem Restaurant. Heute ist ein Möbelgeschäft der Mieter.

Die ersten Hauptversammlungen fanden in der Aula einer Schule in der Witzlebenstraße statt. Sie erfolgten jedes Jahr einmal. Die Betreuung der Mitglieder wurde in Privat- räumen vorgenommen.

Erst als die Möglichkeit im Restaurant ,,Bolivia" bestand, Räume zu nutzen, wurden alle Vorstandssitzungen und Zahlungen von Beiträgen hier vorgenommen.

Das Kassieren erfolgte durch den Hauptkassierer W. Birras und 3 bis 4 Kassiererinnen. Ebenfalls gab es einen Raum' wo die Vorstandssitzungen abgehalten wurden. Unsere Kassierung der Beiträge wurde solange aufrechterhalten, bis unser Rechnungsführer Gartenfreund Birras seinen Posten aufgab. Jahrelang hatte Gartenfreund Birras die Kasse geführt und verwaltet. Er war älter geworden und nahm nach der Kassierung Geld und Abrechnung mit nach Hause. Der Vorstand dankte Gartenfreund Birras für seine jahrelange Tätigkeit und wählte Gartenfreund Liermann als seinen Nachfolger. Herr Liermann war Mitglied der Kolonie und sein Beruf war Steuerberater in Charlottenburg. Als Gartenfreund Liermann seine Praxis nach Wilmersdorf verlegte, übernahm Gartenfreund E. Polaniak am 21. 1. 1984 die Kasse für die laufenden Zahlungen der Kolonie. Als Gartenfreund Liermann auch seinen Wohnsitz nach Wilmersdorf verlegte und seinen Garten verkaufte, wurden beide Kassen wieder zusammengelegt und von Gartenfreund Günter Ballengut übernommen. Gartenfreundin Helga Rubin erhielt Unterlagen und sonstige Hinweise der 2. Kasse von Gartenfreund E. Polaniak am 27. 3. 87. Diese Zeit zeigte wirtschaftlich, daß alles voranging. Das Gemüse in den Gärten wurde weniger, Erdbeeren, Radieschen, Tomaten Obst und Beeren wurden mehr verlangt. Es war die Zeit des Umbruchs, es war der Weg des Normalen. Der Umbruch bestand darin, daß die Bescheidenheit aufhörte und die Bedürfnisse der Bevölkerung stiegen. Die Gartenfreunde, die sich ein Haus gebaut hatten, brauchten Wasser Licht und noch andere Dinge. So wurde die Forderung der anderen Gartenfreunde nach einer Beleuchtung und ständigem Wasser immer größer. Die Wasserleitung wurde 1956 mit jeweils einer Grube, Uhr und Absperrhahn gebaut. Die letzte Wasserleitung wurde 1993/94 im Wilhelm-Busch-Weg gelegt. Der hohe Wasserverbauch war der Grund. Die Beleuchtung für die ganze Kolonie war etwas aufwendiger denn es mußte erst am Spandauer Damm ein Umschaltwerk gebaut werden. Danach erst konnte die Beleuchtung für die Wege und für die Gartenfreunde gebaut werden. Aber auch heute gibt es noch Gartenfreunde, die kein elektrisches Licht haben.
Zu dieser Zeit - 1985 - stellten wir fest, daß 90 % des Ruhwaldgeländes zum Landeseigentum gezählt wurden, einige kleine Flächen (ca. 10 %) der Post gehörten. Wir stellten weiter fest, daß der Senat 150 Parzellen, also 10 % der Gesamtfläche haben wollte.
Einige Gartenfreunde hatten Gartentüren erweitert und in ihren Gärten Autoparkplätze angelegt. Es mußte alles wieder zurückgenommen und eine Anordnung für alle Gartenfreunde geschrieben werden, die heute noch Gültigkeit hat. Auto hereinfahren in die Kolonie, Geräte und andere Dinge ausladen oder einladen, Auto zurückfahren! Autoaufenthalt in der Kolonie war nicht statthaft. Dies gilt heute noch. Denn die Gartenfreunde merkten bald, daß wir eine Gartenkolonie waren und nicht ein eigenes Grundstück hatten. Die Einstellung der Zahlungen der Beiträge an den Kassierer hatte zur Folge, daß der Kontakt zwischen Vorstand und Kassierer verlorenging. Bei der alten Kassierung war fast der gesamte Vorstand anwesend. Die Einheit war vorhanden ! Wer kennt heute den Kassierer und die vielen Mitglieder des Vorstandes? Bei so kleinen wichtigen Dingen geht die Genossenschaft verloren! Diese Gartenfreunde hatten vergessen, wie unser Werdegang war! Bei vielen war das Auto das erste Kind! Nach dieser Zeit, als in den Gärten auch Wege elektrisches Licht hatten, wurden von vielen Gartenfreunden das Telefon immer wieder erwähnt. Wer im Garten wohnte, wollte eine Sicherheit haben: Das Telefon gab ihnen die Sicherheit. Für alle anderen Mitglieder wurde in der Höhe unseres ersten Vereinshauses ein Telefonhäuschen von der Post gestellt. Nach 2 Jahren fingen die Zerstörungen dieses Häuschens an, danach wurde es abgeholt. Heute besitzen einige Gartenfreunde ein Telefon in ihrem Gartenhäuschen.

Am 24. März 1985 wurde ich durch die damalige Hauptversammlung nochmals zum Sprecher für den Planungsausschuß der Kolon e Golfplatz gewählt. Meine Aufgabe war damals die Erhaltung unserer Gärten auf dem Golfplatz sowie der Ruhwald-Kolonien. Ich sprach damals über das neue Kleingartengesetz vom 28. 3. 1983, das Ende 1987 in Kraft treten sollte und über den Entwurf zum neuen Flächennutzungsplan von 1984. Hier sind wir als Grünfläche ausgewiesen! Eine Grünfläche im Flächennutzungsplan 1984 bedeutet Dauerkleingärten mit vielen Forderungen des Senats.

Die Forderungen waren:

1. Teilung der Gärten auf 250 qm, = 12,5 %

2. Öffentlich nutzbare Freiflächen (Erweiterung der Durchwege und das Trockental) 35 %

3. Das Schwimmbad 10,5 % Verlust = 58 %

40 % der Kolonie Golfplatz und die gesamte Kolonie Ruhwald wären verschwunden!
Diese Pläne wurden von allen Parteien unseres Bezirks abgelehnt.

Wir gingen durch alle 10 Kolonien und blieben bei der letzten Kolonie stehen und waren uns einig, daß der Ruhwaldpark zu kostbar für den Bau eines Schwimmbades war. So blieben unsere Kolonien erhalten.

Der Plan, das Schwimmbad im Ruhwaldpark zu bauen, wurde durch den scharfen Protest des Schreibers dieser Zeilen bei der Gartenbegehung mit Bezirksbürgermeister Ubbelohde, der CDU Fraktion und der Planungsausschuß-Mitglieder am 2. 2. 85 fallengelassen. Die Erhaltung des Ruhwaldparkes mit seinem 100jährigen Baumbestand setzte sich bei allen verantwortlich Beteiligten durch. Das Schwimmbad sollte nun auf seinem alten Platz wieder erbaut werden. Die Gärten des Wilhelm-Busch- und Zilleweges bis zu den Parzellen Nr. 20 und der Ruhwald-Kolonie blieben uns erhalten. Vom Golfplatz waren der damalige 1. Vorsitzende Wolfgang Köpp sowie der Gartenfreund Kurt Hedrich anwesend.
Um unser Ziel zu erreichen, wehrten wir uns 1985 mit Versammlungen, mit Kinder- und Herbstfesten! Wir wehrten uns am Spandauer Damm mit Verteilung unseres Obstes und fanden immer mehr Anklang bei der Bevölkerung. Wir wehrten uns mit Schreiben an die Presse! Unsere Kinder- und Herbstfeste waren 1985 einmalig! Fast jedes Mitglied unserer Kolonie machte mit und gab sein Bestes! Der Spandauer Damm vom Krankenhaus Westend bis zum Ruhlebener Park war eine Völkerwanderung und glich einem langgezogenen Gemüse- und Obstmarkt. Der Bürger suchte an unseren Gemüse- und Obstständen frische Ware als Geschenk. Es gab Kaffee, es gab Kuchen! Es gab Neugierige, Aufgeschlossene und fröhliche Menschen! Es war soviel Aufsehen gemacht worden, daß selbst der damalige Bürgermeister von Charlottenburg, Herr Ubbelohde, mit Anhang erschien. Während die Gartenfreunde am Spandauer Damm die Verteilung von Obst und Gemüse in fröhlicher Art vollbrachten, wurde auf dem Festplatz durch Gartenfreund Helmut Schering und viele Gartenfreunde alle Unebenheiten beseitigt und das Kinderfest organisiert, wobei auch die Mitglieder des Roten Kreuzes eingesetzt wurden. Noch nie wurden die Gartenfreunde der 10 Kolonien am Spandauer Damm mit solchem Elan von der Bevölkerung unterstützt. Noch nie sah ich so viele Bürger, die für die Erhaltung unserer Kolonien eingetreten waren. Der Spandauer Damm war so bevölkert wie der Kurfürstendamm zu guten Zeiten. Dies war der Einsatz des Vorstandes und der Mitglieder!
Am 16. 2. 1986 (Sonntag um 10 Uhr) ging ich für den Gartenfreund Mix, heute Vorsitzender der Kolonie Ruhwald, zur Sitzung des Bezirksverbandes Charlottenburg. Anwesend waren Gartenfreund Gesper, der damalige Vorsitzende des Landesverbandes Charlottenburg, der jetzige Landesvorsitzende Gartenfreund Edgar Thomas, Gartenfreund Kähler und ich, sowie je 2 Bezirksverordnete der 3 Parteien und einige CDU-Mitglieder von der Bezirksverordneten Versammlung Charlottenburg. Hier kam keine Stimmung auf, jeder druckste nur so herum! Ich meldete mich zu Wort wurde aber nicht voll angehört. Ich meldete mich nochmals zu Wort und sprach über das Trockental, und darüber, daß der Plan für dieses Tal von allen Parteien abgelehnt werde, hier aber noch das Thema sei. Ich brachte zum Ausdruck, daß es ein Hohn für jeden Bürger wie Gartenfreund wäre, Gartenland für einen riesigen Parkplatz herzugeben. Danach wurde die Sitzung aufgehoben. Gartenfreund Gesper und der Sprecher der CDU-Fraktion, Herr Legge, bedankten sich. Wir hofften gemeinsam auf einen guten Ausgang unserer Sache. Und so war es auch. Auf der Planungsausschußsitzung vom 24. 3. 86 sagten die Herren Legge und Gotze von der CDU-Fraktion, die vom Planungsausschuß eingeladen waren, das Trockental wäre für sie nicht mehr aktuell.

Die Einsätze der Mitglieder wie der Bevölkerung waren einmalig! Die Kinderfeste nach 1986 waren wieder wie alle anderen Herbst- und Kinderfeste der Kolonie in den Jahren vorher. Wir hatten 1985 auf der ganzen Linie gesiegt!

Am 16. 6. 88 wurde im Abgeordnetenhaus der Flächennutzungsplan beraten und durch Abstimmung angenommen.

Was hatten wir gewonnen, was hatten wir verloren? Dies sagt uns die Größe von höchstens 24 qm für alle Lauben.

Am 26. 7. 1986 wurden mit den Gartenfreunden K. Reschke als Fachmann und K. Kübern, K. Waarmann, H. Frentzel, K. Spitzbart und mir die Wanderkarten aufgestellt. Herzlichen Dank an alle, die am Aufbau mitgeholfen haben. Besonderen Dank an Gartenfreund K. Hedrich, der mit half, die Landkarten zum Golfplatz zu transportieren.

Die Aufstellung der Karten sollten den Bürger sowie unseren Mitgliedern die Wandermöglichkeiten aufzeigen. So sind die Wanderkarten ein Hinweis für die Bevölkerung geblieben. In den letzten Jahren wurden die Aushängeschilder in einer festeren Art gebaut, viele Hinweisschilder an Wegekreuze angebracht. Die Wege wurden mit Steinen gepflastert. Hier gibt es noch viel Arbeit, da noch nicht alle Wege fertig gepflastert sind.

Am 19. August 1995 wurde das 50. Jubiläum des Golfplatzes gefeiert. Der Schreiber dieser Chronik konnte durch Krankheit nicht anwesend sein. Viele Gartenfreunde der anliegenden Kolonien und die jetzige Bezirksbürgermeisterin, Frau Wissel, mit Anhang waren anwesend. Es war ein schönes Fest mit vielen Gartenfreunden und Bürgern.

Mit diesem Tag sind 50 Jahre vergangen.

Verfaßt von Edmund Polaniak


Die Kolonie Golfplatz hatte während der vergangenen 50 Jahre

folgende Vorsitzende
1. Vorsitzender - Heinz Vogel
2. Vorsitzender - Gartenfreund Strauch
3. Vorsitzender - Manfred Kosche
4. Vorsitzender - Walter Qettler
5. Vorsitzender - Helmut Wolff
6. Vorsitzender - Wolfgang Köpp
7. Vorsitzender - Reinhard Brink
8. Vorsitzender - Uwe Frentzel ab 1990
Die Chronik der Gartenkolonie Golfplatz


Anmerkung der Redaktion:

Im Jahre 1995 wurde diese Chronik an Hand von Unterlagen, sowie aus den Erfahrungen des Schreibers aus dem Gedächtnis geschrieben. 

zu Edmund Polaniak:

  • 50 Jahre Mitglied der Kolonie seit der ersten Stunde 
  • 21 Jahre Mitglied des Vorstandes